Isn´t it magic?

Irgendwann mal habe ich in einem schlauen Buch gelesen, das Wort MAGIE stamme von dem griechischen Wort für kochen „mageirevo“ ab.  Ist ja ein Ding! Kochen? So einfach soll Magie sein? Man werfe einige Zutaten in den Topf, gebe Hitze dazu, lässt alles ein Weilchen kochen und schon hat sich die Konsistenz der Zutaten verändert und etwas Neues ist entstanden!

Die Idee dieser Definition gefällt mir und taucht deshalb immer mal wieder in meinem Kopf auf – wenn ich Gemüse schnipsele, Kräuter hacke oder mich mit anderen magischen Themen beschäftige. Denn natürlich ist auch das Coachen magisch! Eine neue Zutat wird dem Alltag hinzugefügt, man lässt es köcheln und entscheidet dann, ob das Leben damit besser schmeckt, ob noch etwas fehlt, ob es mehr Feuer braucht oder eine längere Kochzeit auf kleiner Flamme, vielleicht noch eine Prise Chilli?

Nicht lange her,  saß ich mit einem Freund an einem heißen Nachmittag faul unter unserem Feigenbaum auf Ikaria und wir sprachen bei einem Kaffee über Gott und die Welt. Schwups landeten wir bei Atlantis, eines seiner Lieblingsthemen. „Die Menschen in der Antike hatten so viele Kenntnisse, von denen wir gar nichts mehr wissen“ meint er „zum Teil ist es verloren gegangen und anderes wird geheim gehalten, weil es zu gefährlich ist.“ „Warum ist es zu gefährlich?“ frage ich neugierig nach und er seufzt über so viel Naivität meinerseits und setzt zu einer langen Erklärung an. Doch ich bin von einer neuen Frage abgelenkt und platze damit heraus „Vielleicht sind die Zutaten der Magie gar nicht so exotisch, wie wir gerne glauben, sondern bestehen schlicht & einfach aus Wissen?“ Er lacht „Klar, nimm doch nur mal das Wissen über die Kräuter zum Beispiel und schon Aristoteles hat schon von der Pflanzenseele gesprochen, jedes Heilkraut besitzt eine ganz eigene Seele, die wir in Form von Tee & co zu uns nehmen und die dann in uns wirkt und wenn wir die mischen….!“ „Genau! Und vergiss´ die Zauberformeln nicht!“  nicke ich begeistert „manche Menschen besprechen das Essen beim Kochen und rühren Gesundheit, Liebe, Harmonie in die Suppe, hast du das schon mal gehört?“ Es wurde ein magischer Nachmittag!

Entsteht aus dem Wissen unserer Vorfahren und dem heutigen Wissen also Magie, wenn wir es neu mischen und einen Katalysator dazu geben? Die ehrwürdigen Schamanen definieren den Begriff Tradition jedenfalls nicht nur mit der streng gelebten Überlieferung der Vorfahren, sondern fordern von jeder Generation eine zeitgemäße neue Zutat ein.  Doch in welchem Verhältnis soll die Mischung sein, damit sie bekömmlich ist? Wie lange muss sie kochen? Als ich am Wochenende in Fulda den Schlosshof bestaune, der aktuell eine große Baustelle ist, wird mir vor soviel sichtbarer Umwandlung ganz schwindelig! Doch dann fange ich das gelassene Lächeln einer der Brunnennymphen ein und lächele entspannt zurück. „So ist das“, scheint sie zu sagen, „denn Magie ist Veränderung und letztlich das, was wir hinein geben“.

In den turbulenten Zeiten des Wandels, in denen wir gerade leben, brauchen wir unsere ganz persönlichen magischen Momente, um das Gleichgewicht zu halten, davon bin ich überzeugt. Sei es ein Spaziergang im Wald, ein kitschiger Sonnenuntergang, ein befreiendes Lachen über einen irgendeinen Quatsch, Musik die uns verzaubert, ganz egal. Vor magischen Fertiggerichten sei an dieser Stelle übrigens ausdrücklich gewarnt! Magie braucht nämlich Zeit & Geduld, um zu gelingen, Ebenso wie unsere individuelle, ganz persönliche Note. Und natürlich darf eine gute Prise Neugier und Kreativität nicht fehlen.  Na, wie ein gutes Essen eben! Klar gibt’s Pizza-Tage, wenn´s mal schnell gehen muss.  Doch schmeckt eine Fertigpizza eben niemals so wie eine frisch gebackene und ich glaube, da sind wir uns alle einig.

Bis zum nächsten Mal wünsche ich euch also viele kleine & große magischen Momente! „Woran erkenne ich die?“ fragt da jemand? Och, das merkt ihr schon, keine Bange! Es kribbelt, wir fühlen uns lebendiger als noch einen Moment zuvor, lächeln unverhofft jemanden an ….. viel Freude beim ver-zaubern und ver-zaubern lassen!

Herzliche Grüße

Barbara

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