Sind die Räuber noch im Wald?

Auf dem Balkon nebenan liest die Nachbarin gerade ihren Kindern aus dem Räuber Hotzenplotz vor und mir wird ganz wehmütig ums Herz. Ich habe dieses Buch geliebt! Hach, das waren noch Zeiten als die Räuber sofort als Räuber zu erkennen waren, im Wald lebten und Kaffeemühlen klauten!

Vor ein paar Tagen hatte ich mich auf den Weg in den Gartenmarkt gemacht, denn die Sonne schien so schön und meine Blumenkästen wollten dringend sommerlich bepflanzt werden. Schon vor dem Eingang leuchteten mir Geranien in allen Farben zum Schnäppchenpreis entgegen!  Mein Einkaufswagen und ich machen uns vor dieser Geranienpracht breit und spekulieren über mögliche Farbkombinationen. Eine weitere Kundin kommt dazu und bleibt zögernd am Rande des Regals stehen. Ich rutsche mit den Worten „Oh, sorry, ich stehe hier mitten im Weg“ ein Stück zur Seite. Die Dame nimmt das als Einladung zum Gespräch „Sind die Geranien winterhart, wissen Sie das?“ „Ähm, ich glaube schon, dass man die im Keller überwintern kann, aber ich mache das nie“ „Ach, dann geht das also?  Sonst lohnt sich der ganze Aufwand ja gar nicht! Schön sind die ja, wissen Sie denn nicht, wie das geht?“ Etwas unhöflich zucke ich mit den Schultern und halte derweil einen Topf lachsfarbene neben einen Topf lila Geranien und betrachte sie prüfend. Ich mag es gerne bunt, deshalb gefällt mir die Kombi und wandert in den Korb. „Also“ versucht es die Dame erneut „würden Sie alle Geranien in einer Farbe nehmen oder mischen?“ Freundlich grinsend weise ich auf meinen Korb „Sehen Sie selbst!“ Sie rümpft die Nase „Ihre Farbauswahl passt ja so überhaupt nicht zu zusammen, das sieht echt schräg aus!“ Tja, das ist ja wohl Geschmackssache denke ich mir und betrete mit meiner schrägen Geranienmischung den Gartenmarkt, denn Lavendel brauche ich auch noch.

Unglaublich wie viele Lavendelsorten es gibt! Eine ganz neue Sorte ist dabei, die sieht lustig aus und während ich die Beschreibung dazu lese, erscheint eine andere Dame an meiner Seite, wirft einen kurzen Blick auf die neue Züchtung und echauffiert sich „2,90 Euro wollen die für den Topf? Das ist ja unverschämt teuer! Kaufen Sie das etwa?“ Verblüfft schaue ich auf, redet die denn mit mir? Doch sie braust schon weiter… Was ist denn hier los? Was geht es denn die Leute an, was ich kaufe? Ganz schön frech!

Am nächsten Tag kommt eine Freundin zu Besuch und wir machen es uns auf dem Balkon mit den frisch bepflanzten Blumenkästen gemütlich. Sie bewundert die Geranien und ich erzähle ihr von meinen Erlebnissen im Gartenmarkt. „Das sind Energieräuber!“ ruft sie aus. „Ach?“ wundere ich mich. „Na klar, die haben einen niedrigen Energielevel und docken sich bei dir an, um dir deine Energie abzuziehen. Weil du nämlich so eine schöne Energie hast!“ „Ach so?“ Ob ich mich deshalb nach dem Einkauf erst mal eine halbe Stunde für ein Nickerchen hingelegt hatte, weil mir so schlapp zumute war?

Energieräuber gibt es tatsächlich, so verrückt das auch klingt. Wir alle kennen das. Freunde, Bekannte und auch im Kollegenkreis – Menschen erzählen uns, was sie gerade so beschäftigt ohne Punkt und Komma, fragen uns nach unserer Meinung oder auch nicht und machen dann sowieso was sie wollen. „Aber dafür sind Freunde doch da!“ denkt ihr jetzt vielleicht? Ja klar! Und Freunde geben auch ganz selbstverständlich gerne von ihrer Energie ab. Doch wenn wir nach dem Besuch der Freundin total in den Seilen hängen oder die Kollegin im Büro so lange über die ganze Welt stänkert, bis wir Kopfschmerzen bekommen, dann war es des Guten zu viel. Übrigens merken Energieräuber merken meistens gar nicht, was sie da tun. Hätte ich der Dame im Gartenmarkt gesagt „Hören Sie auf meine Energie abzusaugen!“ sie hätte mich für verrückt erklärt.

Es ist also an uns selbst dafür zu sorgen, dass wir in unserer Energie bleiben. Zum Glück gibt es dafür allerlei Hilfsmittel: die Füße auf den Boden stellen und tief durchatmen zum Beispiel. Bewusst in der eigenen Mitte bleiben! Das ist wie bei einem Stehaufmännchen, das kann man auch nicht umschmeißen, es rollt immer wieder zurück in den Stand. Wasser trinken, ein Salzbad nehmen …. und coachen natürlich! Lernen, was uns umschmeißt und neue Wege finden, um in der Balance zu bleiben!

Energieräuber sind wir übrigens alle hin & wieder… nicht nur im Wald 😉

Herzliche Stehaufmännchen-Grüße

Barbara

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