Herzschmerz & Plätzchenduft

Ein Kitschroman? Klingt danach, ich gestehe!  Doch vielleicht kennt ihr es ja auch, dieses melancholische Gefühl mit dem Duft nach Vanille, das sich ab & an in der Zeit vor Weihnachten einstellt? So ein wehmütiges Ziehen in der Herzgegend, wenn wir im Autoradio unser Lieblings-Weihnachtslied hören? Oder dem Schnee beim Fallen zuschauen…

Bei mir in der Nachbarschaft gab´s gestern eine Weihnachtsparty im Hof, der Duft von Bratwurst vermischte sich mit Kinderlachen und dem Klang von „Have yourself a merry little Christmas“…  und da war sie schlagartig da, meine ganz persönliche Melancholie mit Vanilleduft…

Um uns herum blinkt & glitzert es seit Ende November überall, zum 1. Advent hat es heuer, ganz romantisch, sogar den ersten Schnee gegeben und bunte Weihnachtsmärkte laden uns ein, eine gute Zeit zu haben. Das alles macht es leichter, die grauen Dezembertage & langen Nächte nicht nur als dunkel & düster, sondern auch als lichtvoll zu erleben. Wunderbar!

Und doch… war das schon immer so?  Die Frage implementiert es schon – nein, war es nicht. Früher, als die Kirche in der Gesellschaft noch präsenter war, da war die Zeit des Advents eine Zeit des „in sich gehen“ und der Vorbereitung, ja, für die, die es ganz genau genommen haben, sogar eine Fastenzeit, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Die Kirche hat das jedoch nicht erfunden, denn schon lange vorher war diese Zeit der langen Nächte eine Zeit der Visionssuche.

Es ist Winter, die Natur ruht sich aus und das Herz von Mutter Erde schlägt langsamer. Eine gute Zeit, um sich die Zeit für eine Innenschau zu nehmen. Diesen Herbst habe ich in mindestens vier verschiedenen Magazinen gelesen, wie wir Menschen uns ein Beispiel an der Natur nehmen können:  so wie die Bäume ihre Blätter fallen lassen, so könnten wir doch jetzt unsere verschiedenen Sorgen & Ängste, die uns umtreiben, auch einfach mal loslassen, um gelassener zu leben. Ein schönes Bild!  Doch ist es uns gelungen? Konnten wir schon von der einen Angst oder der anderen Sorge Abschied nehmen? Oder ist es doch nicht ganz so leicht? Nicht bange sein, jetzt nochmal probieren!

Denn tief in der Erde, die jetzt, mitten im Winter kalt und möglicherweise schneebedeckt ist, hat ein neues Samenkorn schon zu keimen begonnen!  Was es wohl in sich tragen mag? Welcher Traum will da ans Licht und wachsen? Welche Vision von unserem Leben möchte umhegt werden, damit sie stark & real wird?

Oh ja, ich liebe die Weihnachtszeit und alles was dazu gehört! Ebenso liebe ich jedoch ab und an auch einen stillen Abend, an dem ich eine Kerze anzünde und die Welt ausschalte, um Innenschau zu halten. Um Dinge, für die die Zeit des Abschieds gekommen ist, los zu lassen, wenn auch manchmal mit Herzschmerz… Um davon zu träumen, was ich mir neu in  mein Leben hinein wünsche und so Raum für Visionen schaffe. Spätestens wenn mich so eine leicht melancholische Vanille-Stimmung überkommt, nehme ich mir die Zeit dafür und was soll ich euch sagen? Es tut gut!

Am 21. Dezember ist übrigens schon Wintersonnwende und die Tage werden wieder länger! An diesem Tag beginnen dann traditionell auch die Raunächte! Kennt ihr die schon?  Eine magische Zeit voller Märchen, Mythen und Legenden!

Zu gerne wüsste ich, ob ihr solche vorweihnachtlichen Kitschmomente auch kennt? Und wenn ja, nach was riechen sie bei euch? Vielleich nach Zimt, Glühwein oder gebrannten Mandeln? Spannend!

Ich wünsche euch eine geheimnisvolle & funkelnde Weihnachtszeit voller Magie!

Lichtvolle Grüße
Barbara

 

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